Brevo (ehem. Sendinblue): DSGVO-konform aus der EU
www.brevo.com/de/ ↗
Brevo (ehem. Sendinblue): DSGVO-konform aus der EU
Quick-Info-Box
| Kriterium | Details |
|---|---|
| Anbieter | Brevo (ehem. Sendinblue), Paris / Berlin |
| Kategorie | E-Mail-Marketing / Marketing Automation |
| Zielgruppe | KMU, E-Commerce, Agenturen |
| Preismodell | Freemium + volumenbasiertes Abo |
| Preis ab | 0 € (Free, 300 Mails/Tag), 25 €/Monat (Starter) |
| Kostenlos testen | Ja, Free-Version dauerhaft nutzbar |
| DSGVO-konform | Ja (EU-Server, französisches Unternehmen) |
| Bewertung | 4.0 / 5 |
Kurzfazit
Brevo ist der stärkste DSGVO-konforme Allrounder für E-Mail-Marketing aus der EU. Als französisches Unternehmen mit Servern in Europa erfüllt Brevo die Datenschutzanforderungen deutscher KMU ohne Umwege. Die Plattform vereint E-Mail-Marketing, SMS-Versand, Chat, CRM und Marketing Automation unter einem Dach -- zu einem fairen Preis. Der entscheidende Vorteil gegenüber den meisten Wettbewerbern: Brevo rechnet nach E-Mail-Volumen ab, nicht nach Kontaktanzahl. Damit eignet sich das Tool besonders für Unternehmen mit großen Verteilern und moderater Versandfrequenz.
Über Brevo
Brevo wurde 2012 unter dem Namen Sendinblue in Paris von Armand Thiberge und Kapil Sharma gegründet. Ziel war es, kleinen und mittelständischen Unternehmen eine bezahlbare Alternative zu den damals dominierenden US-Anbietern wie Mailchimp zu bieten -- mit Fokus auf den europäischen Markt und europäische Datenschutzstandards.
Im Mai 2023 erfolgte das Rebranding von Sendinblue zu Brevo. Der neue Name soll die Weiterentwicklung vom reinen E-Mail-Marketing-Tool zur umfassenden CRM-Suite widerspiegeln. Heute nutzen über 500.000 Unternehmen weltweit die Plattform. Brevo beschäftigt rund 700 Mitarbeiter an Standorten in Paris, Berlin, Seattle und Noida (Indien).
Für den deutschen Markt ist ein zentraler Punkt entscheidend: Brevo ist ein französisches Unternehmen mit Sitz in der EU. Kundendaten werden auf europäischen Servern verarbeitet. Damit entfallen die datenschutzrechtlichen Diskussionen, die bei US-Anbietern wie Mailchimp oder ActiveCampaign regelmäßig geführt werden. Für KMU-Entscheider, die DSGVO-Konformität nicht nur anstreben, sondern sicherstellen müssen, ist das ein handfester Vorteil.
Funktionsumfang
E-Mail-Marketing (4.0/5)
Das Kernstück von Brevo ist der E-Mail-Marketing-Bereich. Der Drag-and-Drop-Editor ist intuitiv aufgebaut und ermöglicht die Erstellung ansprechender Newsletter ohne HTML-Kenntnisse. Über 60 responsive Vorlagen stehen zur Verfügung, die sich an das eigene Corporate Design anpassen lassen. A/B-Tests für Betreffzeilen und Inhalte sind ab dem Starter-Tarif möglich.
Die Zustellrate liegt nach Erfahrungsberichten und unabhängigen Tests im oberen Bereich. Brevo bietet eine dedizierte IP-Adresse ab dem Business-Tarif, was für Unternehmen mit hohem Versandvolumen relevant ist. Die Segmentierungsmöglichkeiten sind solide: Sie können Kontakte nach Verhalten, demografischen Daten und benutzerdefinierten Attributen filtern.
SMS-Marketing (4.0/5)
Brevo gehört zu den wenigen Marketing-Plattformen, die SMS-Versand nativ integrieren. Sie können SMS-Kampagnen direkt aus der Plattform heraus versenden -- einzeln oder als Bestandteil automatisierter Workflows. SMS-Credits werden separat erworben (ab ca. 0,045 € pro SMS in Deutschland). Für Unternehmen, die transaktionale Benachrichtigungen oder zeitkritische Angebote per SMS versenden, ist das ein klarer Vorteil gegenüber reinen E-Mail-Tools.
Marketing Automation (3.5/5)
Die Automation-Funktionen von Brevo decken die gängigen Szenarien ab: Willkommensserien, Warenkorbabbrecher, Lead Scoring und verhaltensbasierte Trigger. Der visuelle Workflow-Builder ist übersichtlich gestaltet und für Einsteiger gut bedienbar. In der kostenlosen Version sind Automationen für bis zu 2.000 Kontakte nutzbar.
Allerdings: Im direkten Vergleich mit Spezialisten wie ActiveCampaign oder HubSpot Marketing Hub fehlt es Brevo an Tiefe. Komplexe Verzweigungen, Multi-Channel-Automationen mit bedingter Logik oder fortgeschrittenes Lead Scoring erreichen nicht das Niveau der genannten Wettbewerber. Für die meisten KMU-Anforderungen reichen die gebotenen Funktionen aus -- wer jedoch hochkomplexe Customer Journeys abbilden möchte, stößt an Grenzen.
Transaktionale E-Mails (4.5/5)
Hier spielt Brevo eine seiner größten Stärken aus. Die SMTP-Relay-Funktion und die Transaktions-API sind technisch ausgereift und zuverlässig. Bestellbestätigungen, Passwort-Resets, Versandbenachrichtigungen und andere systemgenerierte E-Mails lassen sich über Brevo versenden und in Echtzeit tracken. Die API-Dokumentation ist gut strukturiert und die Integration in bestehende Systeme unkompliziert. Für E-Commerce-Unternehmen und SaaS-Anbieter ist das ein starker Pluspunkt.
Chat-Widget (3.0/5)
Brevo bietet ein kostenloses Live-Chat-Widget, das sich auf der eigenen Website einbinden lässt. Die Grundfunktionen -- Echtzeit-Chat, automatische Begrüßungsnachrichten und Operator-Zuweisung -- funktionieren zuverlässig. Allerdings fehlen fortgeschrittene Funktionen wie ein ausgereifter Chatbot-Builder oder eine tiefe Integration mit der Wissensdatenbank. Für einfache Kundenanfragen ist das Widget brauchbar, als vollwertiges Support-Tool reicht es nicht aus.
Landing Pages (3.0/5)
Der Landing-Page-Builder ist ab dem Business-Tarif verfügbar. Die Vorlagen sind funktional, aber gestalterisch nicht auf dem Niveau spezialisierter Tools wie Unbounce oder Leadpages. Für einfache Kampagnen-Landing-Pages mit Formular reicht das Angebot, für aufwändige Conversion-optimierte Seiten sollten Sie auf Speziallösungen setzen.
CRM (2.5/5)
Brevo bietet ein integriertes CRM-Modul, das die grundlegenden Anforderungen abdeckt: Kontaktverwaltung, Deal-Pipeline, Aufgabenmanagement und Notizen. Für ein dediziertes CRM-System ist der Funktionsumfang allerdings zu dünn. Es fehlen beispielsweise detaillierte Vertriebsreports, erweiterte Pipeline-Konfigurationen und ein ausgefeiltes Berechtigungssystem. Wenn Sie ein vollwertiges CRM benötigen, greifen Sie besser zu Pipedrive, HubSpot CRM oder Zoho CRM und verbinden es per Integration mit Brevo.
Benutzerfreundlichkeit
Die Benutzeroberfläche von Brevo ist aufgeräumt und logisch strukturiert. Neue Nutzer finden sich schnell zurecht, da die Navigation klar in die Bereiche Kampagnen, Automation, Transaktional und Kontakte gegliedert ist. Die deutsche Benutzeroberfläche ist vollständig lokalisiert -- keine halbherzige Übersetzung, sondern ein sprachlich sauberes Interface.
Das Onboarding ist durchdacht: Ein geführter Einrichtungsassistent leitet Sie durch die ersten Schritte -- vom Import Ihrer Kontakte über die Konfiguration der Absenderadresse bis zum Versand der ersten Kampagne. Die Wissensdatenbank ist umfangreich und auf Deutsch verfügbar. Video-Tutorials ergänzen das Angebot.
Die Einarbeitungszeit für die Grundfunktionen (Newsletter erstellen und versenden) beträgt wenige Stunden. Für die Einrichtung von Automationen und die Konfiguration transaktionaler E-Mails sollten Sie ein bis zwei Tage einplanen. Die Mobile App ermöglicht unterwegs den Zugriff auf Statistiken und Kontaktdaten, ist aber kein vollwertiger Ersatz für die Desktop-Version.
Integrationen und Schnittstellen
Brevo bietet ein solides Integrations-Ökosystem, das die wichtigsten Plattformen abdeckt:
CMS und E-Commerce:
- WordPress (offizielles Plugin)
- Shopify (native Integration)
- WooCommerce (offizielles Plugin)
- PrestaShop, Magento
Automatisierung und Anbindung:
- Zapier (Anbindung an über 5.000 Apps)
- Make (ehem. Integromat)
- n8n
CRM und Vertrieb:
- Salesforce
- Pipedrive
- HubSpot
E-Commerce-Plattformen:
- Shopify
- WooCommerce
- BigCommerce
API und Entwickler-Tools: Brevo bietet eine gut dokumentierte REST-API, die in allen Tarifen (inklusive Free) verfügbar ist. Offizielle Client-Libraries stehen für PHP, Python, Node.js, Ruby, Java und Go bereit. Für Entwickler ist die API-Dokumentation klar strukturiert und mit Codebeispielen versehen. Die SMTP-API für transaktionale E-Mails ist besonders gut ausgebaut.
Insgesamt ist die Integrationslandschaft solide, aber nicht so umfangreich wie bei HubSpot oder Mailchimp. Über Zapier und Make lassen sich jedoch die meisten Lücken schließen.
Preise und Tarife
Das Preismodell von Brevo unterscheidet sich fundamental von den meisten Wettbewerbern: Sie zahlen nach Versandvolumen (Anzahl der E-Mails), nicht nach Kontaktanzahl. Das bedeutet: Sie können unbegrenzt viele Kontakte in Ihrer Datenbank speichern -- in jedem Tarif, auch im kostenlosen. Für Unternehmen mit großen Verteilern, die nicht täglich versenden, ist das ein erheblicher Kostenvorteil.
Free (0 €/Monat)
- Bis zu 300 E-Mails pro Tag (ca. 9.000/Monat)
- Unbegrenzte Kontakte
- Drag-and-Drop-Editor
- E-Mail-Vorlagen
- Marketing Automation (bis 2.000 Kontakte)
- Transaktionale E-Mails
- SMS-Marketing (Credits separat)
- Chat-Widget
- CRM
- Brevo-Logo im Footer
Starter (ab 25 €/Monat)
- 20.000 E-Mails/Monat (skalierbar)
- Alles aus Free, plus:
- Kein tägliches Versandlimit
- Kein Brevo-Logo (Addon: 12 €/Monat)
- Basis-Reporting und Analytics
- E-Mail-Support
Business (ab 65 €/Monat)
- 20.000 E-Mails/Monat (skalierbar)
- Alles aus Starter, plus:
- Kein Brevo-Logo (inklusive)
- Marketing Automation ohne Kontaktlimit
- A/B-Testing
- Erweiterte Statistiken
- Landing-Page-Builder
- Multi-User-Zugang
- Telefon-Support
- Sendezeitoptimierung
Enterprise (auf Anfrage)
- Individuelles E-Mail-Volumen
- Alles aus Business, plus:
- Dedizierte IP
- Dedizierter Account Manager
- Priorisierter Support
- Erweiterte Integrationen
- Sub-Account-Management
- Service Level Agreement (SLA)
Praxis-Hinweis: Der entscheidende Vorteil des volumenbasierten Pricings zeigt sich bei größeren Verteilern. Ein Unternehmen mit 50.000 Kontakten, das zwei Newsletter pro Monat versendet (100.000 E-Mails), zahlt bei Brevo im Business-Tarif rund 65-89 €/Monat. Bei Mailchimp würden allein die 50.000 Kontakte deutlich dreistellige Monatskosten verursachen -- unabhängig davon, ob Sie eine oder zehn Kampagnen versenden. Rechnen Sie Ihre Kosten vor dem Wechsel genau durch.
Weitere Preisbestandteile:
- SMS-Credits werden separat abgerechnet (ab ca. 0,045 € pro SMS in Deutschland)
- WhatsApp-Kampagnen sind über Brevo möglich (separate Kosten)
- Dedizierte IP-Adresse: im Enterprise-Tarif inklusive, sonst als Addon
- Entfernung des Brevo-Logos: im Starter-Tarif als Addon (12 €/Monat), ab Business inklusive
Support und Service
Free-Version: Zugang zur Wissensdatenbank und zum Community-Forum. Kein direkter Support. Die Wissensdatenbank ist auf Deutsch verfügbar und deckt die häufigsten Fragen ab.
Starter: E-Mail-Support mit einer durchschnittlichen Reaktionszeit von 24 Stunden. Der Support ist auf Deutsch verfügbar und in der Regel kompetent bei Standardfragen.
Business: E-Mail- und Telefon-Support. Hier steigt die Qualität spürbar: kürzere Reaktionszeiten und Zugang zu spezialisierten Mitarbeitern. Der deutschsprachige Support ist erreichbar und gut geschult.
Enterprise: Dedizierter Account Manager, priorisierter Support und Service Level Agreement. Für Unternehmen, die auf zuverlässigen Versand kritischer Kampagnen angewiesen sind, ist das die richtige Wahl.
Fazit zum Support: Der deutschsprachige Support ist ein klarer Pluspunkt gegenüber vielen US-Anbietern. Allerdings gilt auch hier: In der kostenlosen Version sind Sie auf Selbsthilfe angewiesen. Wer regelmäßig Support benötigt, sollte mindestens den Starter-Tarif wählen.
Stärken und Schwächen
Stärken
-
✅ DSGVO-Konformität ohne Umwege: Als französisches Unternehmen mit EU-Servern erfüllt Brevo die europäischen Datenschutzanforderungen nativ. Kein Transfer in Drittländer, kein Privacy Shield, keine Unsicherheit. Für deutsche KMU ist das ein echtes Differenzierungsmerkmal.
-
✅ Volumenbasiertes Pricing: Sie zahlen für versendete E-Mails, nicht für gespeicherte Kontakte. Das macht Brevo besonders attraktiv für Unternehmen mit großen Verteilern und moderater Versandfrequenz. Unbegrenzte Kontakte in jedem Tarif -- auch im kostenlosen.
-
✅ Vielseitigkeit: E-Mail, SMS, Chat, Automation, transaktionale E-Mails und CRM in einer Plattform. Sie brauchen keine separaten Tools für jeden Kanal, was Komplexität und Kosten reduziert.
-
✅ Starke transaktionale E-Mail-Infrastruktur: Die SMTP-Relay- und API-Funktionen für systemgenerierte E-Mails gehören zu den besten am Markt. Für E-Commerce und SaaS-Unternehmen ein relevanter Vorteil.
-
✅ Faire Einstiegspreise: Die kostenlose Version ist dauerhaft nutzbar und bietet genügend Funktionen für den Einstieg. Der Sprung zu den Bezahltarifen ist moderat -- kein Faktor-24-Preisschock wie bei manchen Wettbewerbern.
Schwächen
-
❌ Automation nicht auf Spezialistenniveau: Im Vergleich zu ActiveCampaign oder HubSpot fehlt es an Tiefe bei komplexen Workflows, bedingter Logik und Multi-Channel-Automationen. Für fortgeschrittene Marketing-Automation-Szenarien reicht Brevo nicht aus.
-
❌ CRM nur rudimentär: Das integrierte CRM deckt Grundfunktionen ab, ersetzt aber kein dediziertes System. Wer ein vollwertiges CRM benötigt, muss ein zusätzliches Tool anbinden.
-
❌ Landing Pages ausbaufähig: Der Landing-Page-Builder bietet Basisfunktionen, kann aber mit spezialisierten Tools nicht mithalten. Für conversion-optimierte Seiten sind separate Lösungen nötig.
-
❌ Brevo-Logo im Free- und Starter-Tarif: In der kostenlosen Version ist das Brevo-Logo in jeder E-Mail sichtbar. Im Starter-Tarif kostet die Entfernung 12 €/Monat extra. Für professionelle B2B-Kommunikation ist das ein Nachteil.
-
❌ Begrenzte Template-Auswahl: Die Anzahl und gestalterische Qualität der E-Mail-Vorlagen liegt hinter Mailchimp und anderen etablierten Anbietern zurück. Individuelles Design erfordert eigene HTML-Anpassungen oder Geduld im Drag-and-Drop-Editor.
Für wen geeignet -- und für wen nicht
Gut geeignet für:
- KMU mit DSGVO-Fokus: Wenn Ihnen Datenschutzkonformität aus Europa wichtig ist und Sie keine Diskussionen über US-Datentransfers führen möchten, ist Brevo die naheliegendste Wahl.
- Unternehmen mit großen Verteilern: Das volumenbasierte Pricing macht Brevo besonders attraktiv, wenn Sie viele Kontakte haben, aber nicht täglich versenden.
- E-Commerce-Unternehmen: Die Kombination aus Marketing-E-Mails, transaktionalen E-Mails und SMS in einer Plattform ist ideal für Online-Shops.
- Einsteiger im E-Mail-Marketing: Die kostenlose Version bietet genug Funktionen, um professionelles E-Mail-Marketing zu starten, ohne direkt in ein Abo investieren zu müssen.
- Multi-Channel-Marketing auf Budget: Wer E-Mail, SMS und Chat aus einer Hand möchte, ohne für jeden Kanal ein separates Tool zu bezahlen, findet bei Brevo ein gutes Gesamtpaket.
Weniger geeignet für:
- Unternehmen mit komplexen Automation-Anforderungen: Wenn Sie ausgefeilte, mehrstufige Customer Journeys mit komplexer Logik benötigen, sind ActiveCampaign oder HubSpot die bessere Wahl.
- Teams, die ein vollwertiges CRM brauchen: Das integrierte CRM von Brevo ist nicht mehr als ein Beiwerk. Für ernsthaftes Kundenmanagement benötigen Sie ein dediziertes System.
- Design-orientierte Marken: Wenn visuell herausragende E-Mail-Templates und maximale Gestaltungsfreiheit im Vordergrund stehen, bieten Mailchimp oder Beehiiv mehr Möglichkeiten.
Alternativen zu Brevo
Mailchimp
Der bekannteste Name im E-Mail-Marketing. Stärkerer Template-Editor und größeres Integrations-Ökosystem, aber US-Anbieter mit kontaktbasiertem Pricing. Ab ca. 12 €/Monat für 500 Kontakte. Die DSGVO-Situation ist weniger klar als bei Brevo. Besser für Unternehmen, die maximale Template-Vielfalt und Drittanbieter-Integrationen benötigen.
ActiveCampaign
Der Spezialist für Marketing Automation. Deutlich mächtigere Workflow-Builder und bessere Automation-Funktionen als Brevo. Ab ca. 29 $/Monat. US-Anbieter, EU-Hosting optional. Die richtige Wahl, wenn komplexe Automatisierungen Ihre Kernpriorität sind und Sie dafür mehr Budget einplanen.
CleverReach
Deutscher Anbieter aus Rastede mit klarem DSGVO-Fokus. Solide E-Mail-Marketing-Funktionen, aber weniger Multi-Channel-Features als Brevo. Ab 0 €/Monat (bis 250 Kontakte). Empfehlenswert für Unternehmen, die einen rein deutschen Anbieter bevorzugen und primär Newsletter versenden.
Rapidmail
Ebenfalls ein deutscher Anbieter (Freiburg). Spezialisiert auf unkomplizierten Newsletter-Versand ohne Automation-Schnickschnack. Ab 15 €/Monat oder Einzelversand ab 16 € pro Mailing. Ideal für Unternehmen, die ausschließlich klassische Newsletter versenden und keine Automation benötigen.
GetResponse
Polnischer Anbieter mit EU-Servern und starkem Fokus auf Conversion-Funnels und Webinare. Ab ca. 16 €/Monat. Bietet mehr Funktionen im Bereich Landing Pages und Webinare als Brevo. Interessant für Unternehmen, die E-Mail-Marketing mit Webinaren oder Funnel-Strategien kombinieren möchten.
Fazit und Bewertung
Brevo hat sich als ernstzunehmende Alternative zu den US-dominierten E-Mail-Marketing-Plattformen etabliert. Das Tool überzeugt dort, wo es für deutsche KMU am meisten zählt: DSGVO-Konformität ohne Kompromisse, faires Pricing und ein breiter Funktionsumfang, der über reines E-Mail-Marketing hinausgeht.
Das volumenbasierte Preismodell ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Während die meisten Wettbewerber Sie für jeden gespeicherten Kontakt zur Kasse bitten, erlaubt Brevo unbegrenzte Kontakte in allen Tarifen. Für Unternehmen mit wachsenden Verteilern ist das ein Faktor, der sich in der Jahresabrechnung deutlich bemerkbar macht.
Die Schwächen liegen im Detail: Die Marketing Automation erreicht nicht das Niveau von ActiveCampaign, das CRM ersetzt kein Pipedrive und die Landing Pages kein Unbounce. Brevo ist ein Allrounder, kein Spezialist. Wenn Sie ein Tool suchen, das viele Disziplinen gut -- aber keine davon exzellent -- abdeckt, treffen Sie mit Brevo eine solide Wahl.
Unsere Empfehlung: Starten Sie mit der kostenlosen Version und testen Sie, ob Brevo zu Ihren Anforderungen passt. Besonders wenn DSGVO-Konformität und ein faires Preismodell auf Ihrer Prioritätenliste stehen, führt aktuell kaum ein Weg an Brevo vorbei. Achten Sie jedoch darauf, ob die Automation-Funktionen für Ihre Szenarien ausreichen -- hier liegt der häufigste Grund für einen späteren Wechsel.
Gesamtbewertung: 4.0 / 5
| Kriterium | Bewertung |
|---|---|
| Funktionsumfang | 3.8 / 5 |
| Benutzerfreundlichkeit | 4.2 / 5 |
| Preis-Leistung | 4.5 / 5 |
| Integrationen | 3.8 / 5 |
| Support | 3.8 / 5 |
| DSGVO-Konformität | 4.8 / 5 |
| Gesamt | 4.0 / 5 |
FAQ
Ist Brevo wirklich DSGVO-konform?
Ja, und zwar ohne Umwege. Brevo ist ein französisches Unternehmen mit Hauptsitz in Paris. Kundendaten werden auf Servern in der EU verarbeitet. Brevo bietet einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO, der direkt im Account abgeschlossen werden kann. Da kein Datentransfer in Drittländer stattfindet, entfallen die rechtlichen Unsicherheiten, die bei US-Anbietern seit dem Schrems-II-Urteil bestehen. Für deutsche Unternehmen ist Brevo damit eine der sichersten Optionen am Markt.
Was ist der Unterschied zwischen Brevo und Sendinblue?
Brevo und Sendinblue sind dasselbe Unternehmen. Im Mai 2023 wurde Sendinblue in Brevo umbenannt. Alle bestehenden Konten, Funktionen und Daten wurden übernommen. Der Namenswechsel spiegelt die Weiterentwicklung vom reinen E-Mail-Marketing-Tool zur umfassenden CRM-Suite wider. Wenn Sie Sendinblue bereits nutzen, hat sich für Sie funktional nichts geändert.
Warum ist das volumenbasierte Pricing besser für KMU?
Die meisten E-Mail-Marketing-Anbieter berechnen ihre Preise nach der Anzahl gespeicherter Kontakte. Das bedeutet: Auch wenn Sie nur einmal im Monat einen Newsletter versenden, zahlen Sie für jeden Kontakt in Ihrer Datenbank. Bei Brevo speichern Sie unbegrenzt viele Kontakte und zahlen nur für die tatsächlich versendeten E-Mails. Für ein KMU mit beispielsweise 20.000 Kontakten und zwei Newslettern pro Monat (40.000 E-Mails) kann der Unterschied mehrere Hundert Euro pro Monat ausmachen.
Reicht die kostenlose Version für den Einstieg?
Für kleine Unternehmen mit bis zu einigen Hundert Kontakten ist die kostenlose Version ein guter Einstieg. Mit 300 E-Mails pro Tag (ca. 9.000 pro Monat) können Sie regelmäßig Newsletter versenden, Automationen nutzen und das CRM testen. Einschränkungen: Das Brevo-Logo ist in jeder E-Mail sichtbar, und Sie haben keinen Zugang zum E-Mail-Support. Sobald Ihr Verteiler wächst oder Sie professioneller auftreten möchten, lohnt sich der Starter-Tarif ab 25 €/Monat.
Kann ich von Mailchimp zu Brevo wechseln?
Ja, Brevo bietet einen Import-Assistenten, der CSV-Dateien verarbeitet. Kontaktlisten aus Mailchimp lassen sich exportieren und in Brevo importieren. Beachten Sie, dass E-Mail-Templates nicht direkt übertragen werden können -- Sie müssen Ihre Vorlagen in Brevo neu erstellen. Automationen und Workflows lassen sich ebenfalls nicht automatisch migrieren. Planen Sie für eine vollständige Migration inklusive Template-Neuerstellung und Workflow-Aufbau ein bis zwei Wochen ein.
Genug gelesen — Zeit für deinen Score.
Compliance-Quick-Check in 2 Minuten.
Nächstes Tool-Review